Wie heißt es so schön in unserem Urban Heroes Manifesto? An Urban Hero loves a Challenge, the harder the better! Um einen echten Superhero und seine Challenges dreht sich die aktuellste Folge Urban Vibes – Resident Hero Savas! 

3247 ist erst mal nur eine Zahl – sie kann ein nettes Nettogehalt sein oder Atemzüge (auf diese Anzahl kommen wir in etwa in viereinhalb Stunden). Bei Savas hat diese Zahl eine ganz besondere Bedeutung: Das ist die Strecke, die er zurückgelegt hat. Nicht mit dem Flugzeug… das kann jeder. Auch nicht mit dem Auto – viel zu easy für ihn. Dieser Resident Hero liebt das Extreme und umgekehrt. Er hat sich auf sein Bike gesetzt und ist von Hamburg nach Sevilla mit dem Fahrrad gefahren. 

Er ist das neueste Mitglied der Urban Heroes Family in Hamburg, professioneller MMA Fighter, abenteuerlustig, krass muskulös, immer auf der Suche nach neuen sportlichen Herausforderungen, und obwohl er fast gefährlich aussieht ist er unglaublich lieb und herzlich. 

Listen! Hier gibt’s die Podcast-Folge zu hören! 

Deine erste Class als Resident Hero ist ja noch nicht so lang her: Wie war sie? 

Als ich selbst das erste Mal mitgemacht hab, hab ich gemerkt wie sehr das mein Ding ist! Ich wollt ein Teil davon werden. 

Ich hab dann mehr als 6 Monate darauf gewartet meine erste Class zu geben, aufgrund  des Lockdowns . Es ist, wie wenn man auf der Bühne steht. Man unterhält, man dirigiert. Es macht mega Spaß, daher kann ich nur sagen: Leute, kommt vorbei! 

Du bist ein Typ fürs Extreme. 3247 Kilometer alleine mit dem Rad von Hamburg nach Sevilla, als Training joggst du mal eben einen erweiterten Marathon. Woher hast du die Motivation für solche Aktionen? Was treibt dich an?

Ich glaube nicht so sehr an Motivation. Das ist purer Wille. Sport ist meine große Leidenschaft. Ich teste gerne neue Disziplinen, fordere mich selbst heraus und gehe an meine Grenzen. Dann fühle ich mich richtig lebendig. 

Wir sind neugierig auf deinen Rad-Trip. Hast du das komplett alleine gemacht? Wie hast du dich auf diese Challenge vorbereitet?

Ich hab’s ganz spontan und ganz alleine gemacht. Die Idee kam mir, als ich letzten Sommer in Hamburg auf meinem Balkon saß. Ich wollte was körperlich Aktives machen, hatte etwas freie Zeit und dachte als erstes Ziel an Sevilla, weil dort meine frühere Gastfamilie lebt. Ich wusste nicht, wann ich ankomme und bin auch kein Fahrrad-Profi gewesen. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt, wie viel ich am Tag fahre. Nach 6 Tagen bin ich dann einfach losgefahren. 

Die Route hab ich auch spontan entschieden und bin teilweise mit Google Maps, teilweise mit einer anderen App gefahren. Dabei bin ich sogar mal versehentlich auf der Autobahn gelandet…

Wie haben die Leute auf der Strecke so reagiert? 

Sehr unterschiedlich! In Holland und Belgien waren die Leute sehr freundlich und fanden meine Reise spannend, in Frankreich war es etwas schwieriger, auch wegen der Sprache. In Spanien konnten die Leute mir gar nicht glauben, was ich da gerade mache.

Wie lange hast du schlussendlich gebraucht für den Trip?

Es waren 32 Tage. Ich bin fast täglich gefahren. Es sollte eine sportliche Herausforderung werden und ich habe nur Pause gemacht, wenn ich sie wirklich brauchte. 

Wie hat dein Körper das denn überhaupt mitgemacht und geschafft, so lange durchzuhalten? Wie konntest du in dieser Zeit regenerieren?

Gar nicht. Am Anfang waren die Beine sehr schwer, aber man gewöhnt sich dran. Wie beim Laufen: Wenn du jeden Tag laufen gehst, gewöhnt sich der Körper dran und du brauchst weniger Regenerationszeit. 

32 Tage fast jeden Tag auf dem Bike. Was war der erste Gedanke, als du angekommen bist in Sevilla? 

Ich war sehr sprachlos. Ehrlich gesagt war ich auch ein bisschen traurig, weil ich mich so sehr an diese Reise gewöhnt und Gefallen daran gefunden hatte. Ich hätte noch weiterfahren können! Ich war in einem Hoch und brauchte erstmal ein paar Tage, um runterzukommen.

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Wie bist du denn eigentlich zurückgekommen? Mit dem Fahrrad? 

Hätte ich echt gern gemacht! Aber dann hätte ich noch einen Monat gebraucht, daher bin ich nach einer Woche mit dem Flugzeug zurückgeflogen.

Hattest du auf der Strecke auch einen körperlichen Tiefpunkt? So, dass du dachtest, es geht keinen Kilometer weiter?

Ich bin sehr ehrgeizig und hab niemals ans Aufgeben gedacht. Immer, wenn ich in Momenten war, wo ich Schmerzen hatte oder nicht mehr konnte, hab ich ans Ziel gedacht und mich darauf fokussiert. 

Was hast du auf dem Weg so erlebt? Höhepunkte, Tiefpunkte – was ist bei dir am meisten hängengeblieben?

Die Reise war so spontan, dass ich mich auf viele Situationen nicht vorbereitet hatte. So kam alles einfach auf mich zu. Ich erinnere mich an die Berge und die Hitze in Spanien. Es kam ganz oft vor, dass ich kein Wasser mitnehmen konnte. Es gab aber auf dem Weg nicht so viel Wasser, daher hatte ich oft mehrere Stunden keins. Einmal war ich 7 Stunden bei 47°C  in Südspanien ohne Wasser, in den Bergen, ohne Handynetz. Das war echt heftig. Aber selbst wenn ich kaltes Wasser mitgenommen habe, war das nach kurzer Zeit kochend heiß. Trotzdem haben diese Situationen mich gestärkt und nochmal geduldiger gemacht. 

Wow…Wie war es dann, endlich wieder Wasser zu haben? 

Irgendwann war ich an einer befahrbaren Straße und habe, wie eine Fata Morgana, eine Bar mitten in den Bergen an einer Straße gefunden. Da bin ich reingelaufen und habe direkt “Agua, agua, por favor” geschrien. Als ich das Wasser in der Hand hatte, hab ich gleichzeitig gelacht und geweint. Normalerweise schmeckt Wasser ja nach nichts – aber in diesem Moment hat es ganz anders geschmeckt, kaum beschreibbar. 

Was zur Hölle hast du getan um mental und körperlich so ein Superhero zu werden? 

Ich hatte kaum Zeit, speziell dafür zu trainieren. Zuletzt war ich als Jugendlicher Rad gefahren. Aber ich trainiere 365 Tage im Jahr. Ich mache Kampfsport, Laufen, Fitness. Eine gewisse Fitness braucht man einfach für solch eine Challenge. Ich denke, gerade bei extremen Herausforderungen, ist es 95% Kopfsache, 5% Körper. Du kannst noch so fit sein, wenn du die mentale Stärke nicht hast, wirst du sowas nicht schaffen. 

Beast-Mode ist dein zweiter Name, da interessiert mich, in welchen Situationen du auch weich werden kannst? 

Du siehst, ich hab die Yin-Yang Kette um. Das macht mich aus. Ich mache zwar gern extreme Sachen, gleichzeitig bin ich ein Familienmensch und brauche trotzdem öfter mal Zeit für mich alleine. 

Was machst du, um zu regenerieren?  

Mittlerweile kann ich sehr gut auf meinen Körper hören und weiß genau, wann ich eine Pause brauche. Was ich gern besuche ist die Eissauna, ich lasse mich gern schröpfen, achte auf gesunde Ernährung und guten Schlaf.

Cheatest du auch mal?

Auf der Reise auf jeden Fall, denn da konnte ich kaum auf Ernährung achten. Ich war froh, wenn ich was zu essen gefunden habe. Gerade wenn man so viele Kalorien verbrennt, muss man einfach viel essen. 

Wie behältst du den Fokus wenn du dich einer krassen sportlichen Challenge stellst? 

Es ist purer Wille, weil es meine Leidenschaft ist. Ich mache das aus Liebe, daher bin ich immer fokussiert und on point. 

Gab es bei dir überhaupt mal eine Phase ohne Sport im Leben?

Nein… Laut meiner Mutter bin ich so geboren. Ich hab jahrelang Fußball gespielt, wollte mehr und bin dann zum Kampfsport gewechselt. 

Was würdest du denn Menschen raten, die vielleicht noch nicht so willensstark sind, aber sich an Challenges heranwagen wollen?

Probiert neue Dinge aus. Viele trauen sich das gar nicht. Verlasst eure Komfortzone, denn ihr könnt viel mehr, als ihr denkt. Wenn man immer nur 10 Kilometer läuft, kann man sich auch nicht steigern. Daher sollte man sich mehr zutrauen, den Willen haben, dann kann man alles schaffen. 

Was ist bei dir als nächstes geplant? 

Diese extreme Rad Challenge ist nur der Anfang gewesen. Ich hab ganz viele Ideen. Als nächstes hab ich schon was im Kopf, was nichts mit Fahrradfahren zu tun hat. Eher mit dem Laufen. Und einer extrem langen Distanz. 😉 

Süditalien?

Nein, noch weiter. 

Hier kannst du Savas und seine Challenges verfolgen!

Was sagst du, warum sind solche extremen Herausforderungen gut für uns? Ist das für jeden was? 

Nicht jeder muss gleich Extremsportler sein. Aber solche Challenges helfen. Wenn du beim Sport 100% geben kannst, kannst du das auch im Alltag bei anderen Dingen. Beim Sport Gas geben hilft auch, die mentale Stärke zu trainieren.

Inwiefern bereitet das Workout in der Redzone eine Person auf eine große Challenges vor? 

Man kann schon in der Red Zone 50 Minuten richtig Gas geben und sich selbst herausfordern, indem man beispielsweise die ganze Class im Superhero Mode macht. Ich trainiere daher auch sehr gerne privat bei Urban Heroes. 

So Hero, auf zur nächsten Challenge – in der Redzone in Hamburg oder Frankfurt oder in deinem Wohnzimmer – mit unserem Virtual Studio!

Das Interview hat unsere Moderatorin & Resident Hero Natalie geführt.