Wir haben echt beeindruckende Menschen in unserer Hero Community, die uns mit ihren Geschichten immer wieder umhauen! Einer davon ist Robert Michels aus FFM: Anwalt und Partner in der Wirtschaftskanzlei Dentons, 5-fach Papa, passionierter Sportler, Diversity-Aktivist, Mode und Musik Fan mit vollem Herzen. Viel zu tun, wenig freie Zeit, stets auf Effizienz und Effektivität aus. Und natürlich fragen wir uns: Wie schaffen sie das? Arbeit, Familie, Hobbys und Sport zu kombinieren? Robert spricht in den Urban Vibes mit Natalie ganz offen darüber und verrät auch, warum echte Superheroes keine sind. 

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Lieber lesen? Wir haben das Interview für dich in Schriftform parat! 

Wie immer starten wir mit ein paar Schnellfragen, damit du Robert etwas besser kennenlernst. Robert in 3 Worten?

Ich versuche, alles positiv zu sehen, andere zum Lachen zu bringen und anders zu sein. 

Morgenmensch oder Nachteule? 

Manchmal beides, ich kann aber nicht mehr ausschlafen. Zwischen 6 und 7 bin ich wach. Wenn man 5 Kinder hat, kommt man irgendwann in einen Rhythmus, in dem es unmöglich ist nicht früh aufzustehen. 

Liebste Trainings-Uhrzeit?

Kommt drauf an! Ich laufe gerne morgens früh, Red Zone und Personal Training lieber nicht direkt nach dem Aufstehen. 

Erst Treadmill oder erst Floor? 

Ich hab kein festes Muster, aber in letzter Zeit bin ich immer auf dem Floor gestartet. 

Lieblingsübung in der Red Zone? 

Jede Übung ist wunderschön! Aber die Lieblingsübung ist, wenn ich auf dem Laufband die Steigung runtermachen kann… 

Bester Song aller Zeiten? 

Come as you are – in der Coverversion von Bossanova. 

Schwitzen oder frieren?

Schwitzen!

Urban Heroes in 3 Worten? 

Überwindung anzufangen, also die 2 Minuten davor und die 5 Minuten danach haben es in sich. Glücksgefühl und Discofeeling! 

Du bist Partner bei Dentons, der weltweit größten international tätigen Wirtschaftskanzlei, 5-fach Papa, passionierter Sportler, “nebenbei” engagierst du dich für Diversität und begeisterst dich für Musik und Mode. Wie sieht ein normaler Tag bei dir aus? Und hat der mehr als 24 Stunden oder bist du einfach wahnsinnig gut organisiert, um das alles zu kombinieren?

Ich glaube, es gibt bei mir nicht den normalen Tag. Was konstant ist, ist das Aufstehen spätestens um 7, dann meistens eine Sporteinheit. Mittlerweile kann es aber auch sein, dass ich mich nicht zum Sport zwinge, sondern stattdessen ein oder zwei Sonnengrüße mache. Dann geht’s ins Büro (zwischendurch dusche ich mich natürlich noch;)) und dort ist kaum vorherzusehen, wie der Tag abläuft. Auf der einen Seite gibt es Mandanten Arbeit, auf der anderen Seite Arbeit im People Management oder beim Einsatz für Diversity. Nach Covid ist jetzt auch oft wieder ein Lunch angesetzt. Mein Tag hat schon 24 Stunden und ich versuche auch auf ausreichend Schlaf zu achten. Bei so vielen Baustellen ist das nicht ganz einfach, da nimmt man natürlich was mit in den Schlaf. Das hat mich die letzten Jahre beschäftigt, dieser vermeintlich ungesunde und unzufriedenstellende Schlaf. 

Wie strukturierst du dich bei all diesen Projekten und to dos? Wie gehst du vor, sodass nichts liegen bleibt? 

Ich kann gar nicht ausschließen, dass etwas liegen bleibt oder ich mal eine Mail übersehe. Ich glaube, dass ich in der Tat eine Grundstrukturierung gefunden habe, auch wenn Leute in meinem Umfeld das so nicht bestätigen würden und eher Chaos sehen. Aber in diesem Chaos finde ich mich zurecht. Ich habe natürlich Hilfe im Team, zum Beispiel für Reise- und Terminbuchung, darauf kann ich vertrauen. Wenn ich alles selbst machen müsste, wäre ich überfordert. Das habe ich auch beim Anwaltstag gerade gesehen: Sehr viele Anwälte sind Einzelanwälte. Das wäre definitiv nichts für mich. Da bin ich nicht der Typ für und daher interessiert mich auch so, wie Teams funktionieren.  

Wir wissen, dass du neben deinem Job passionierter Marathonläufer bist und regelmäßig Yoga machst. Erzähl doch mal was zu deinem sportlichen Background und welchen Stellenwert Sport in deinem Leben einnimmt! 

Ich wurde gerade gestern wieder gefragt, was ich geworden wäre, wenn nicht Anwalt. Das geht zurück tief in die Kindheit, wo ich in meinem Zimmer links und rechts Tore aufgebaut habe und Fußball gespielt habe. Wie oft bei Jungen war der Traum da, Fußballer zu werden. Meine Mutter hat mich dann beim Tennis angemeldet, das habe ich lange Jahre gespielt und mit dem Trainerschein, den ich erworben habe, mein Studium finanziert. Ich habe dann aber Sport komplett sein lassen, als ich als Anwalt in Frankfurt angefangen habe. Es gab nur noch den Job, völlig blind. Ich würde sagen, ich habe da viel zu viel gearbeitet und die Familie und mich selbst komplett aus den Augen verloren. Irgendwann kam die Zeit, wo ich mit dem Laufen angefangen habe – durch einen Freund inspiriert.

Dann ist das Ziel entstanden, mal einen Marathon zu laufen und das ging ganz ok, war unter 4 Stunden. Im Jahr drauf war es eine halbe Stunde schneller und dann kam der Ehrgeiz, der nicht kommen sollte. Dann wollte ich die Schallmauer von 3 Stunden schaffen, ich habe mit dem Rauchen aufgehört und harte Trainingspläne verfolgt. Ich habe versucht, da einen Einklang zu finden, das ging aber nicht. So hatte ich mir Herzrhythmusstörungen antrainiert und hatte einen kleinen Eingriff, weshalb ich stoppen musste mit dem Laufen. Das war für mich ein kleiner Schritt zu erkennen: Du musst nicht immer der Beste, der Schnellste sein, sondern es kann auch Spaß machen einen Marathon mit 80-90% zu laufen, denn die Unterschiede sind brutal am nächsten Tag. Ich habe zwar keine 100 Marathons hinter mir, sondern vielleicht 7 oder 8, der letzte war vergangenes Jahr auf Mallorca und ich werde auch dieses Jahr im Herbst voraussichtlich einen laufen. Aber ich habe einen Entschluss gefasst: Ich gehe nicht mehr auf Bestzeit. Denn der Einsatz und der Preis sind unter Umständen zu hoch.    

Wann war dein erstes Mal Urban Heroes? Warst du sofort angefixt von dem Konzept? Was hat dich begeistert an unserem Konzept?

Ich schätze es war vor ca. 15 Monaten in Frankfurt. Es war erstmal ungewohnt, beeindruckend, weil es so ganz anders war als alles andere. Dieser Raum, die Red Zone, die laute Musik und die Dynamik der Gruppe, das war ich nicht gewohnt. 

Der erste Gedanke danach ist meistens gewesen: Komm, lass uns das bald wieder machen! Um dieses Gefühl nochmal zu haben und im Training zu bleiben. Doch trotz allem ist es schwer, dran zu bleiben, weil es eben doch ein bisschen Zeit kostet. 

Und warum bist du dann doch wiedergekommen? 

Wirklich zurückgebracht hat mich der Austausch mit Jo und Teiko, die sehr bereichernd sind und Dinge ähnlich empfinden, wie ich und ein ähnliches Mindset haben wie ich. Ich biete das Training bei Urban Heroes auch gerne den Mitarbeitenden der Kanzlei in Frankfurt an – am liebsten würde ich noch ein Büro in Hamburg aufmachen, damit die Leute auch dort trainieren können. 

Die beiden Classes, die ich gestern und heute gemacht habe, haben mich auch sportlich nochmal zurückgeholt für das zweite Halbjahr. Ich habe den Vorsatz (der Jurist formuliert jetzt), zwei Mal pro Woche im Durchschnitt zu euch zu kommen. Am Ende des Jahres schaue ich dann in den Spiegel und entscheide, wie es weiter geht. 

Was heißt für dich eigentlich Superhero sein? Bedeutet das immer stark sein durchpowern, 110% geben? 

Ich glaube es gibt verschiedene Sichtweisen auf den Begriff Superhero. Für mich ist ein Superhero jemand, der weiß, dass er nicht immer der Hero sein muss. Der weiß, dass auch die anderen Menschen wissen, dass es keinen Menschen gibt, der ein Superhero ist und 24 Stunden am Tag weiß, was die richtige Entscheidung ist. Der jedes Mal ohne nachzudenken weiß, wo wir hinmüssen. Für mich ist ein Superhero jemand, der bereit ist, sich zu hinterfragen und auch bereit ist, seine Meinung zu ändern. Jemand, der ohne Erwartung in ein Gespräch oder eine Diskussion geht und breit ist, zuzuhören und jeden wirklich gleich zu behandeln. Jemand, der bereit ist Mensch zu sein und Menschsein zu zeigen. 

Inwiefern hilft dir Sport, insbesondere das Workout in der Red Zone, im Alltag belastbarer zu sein, die mentale Stärke neben der körperlichen Stärke zu fördern?

Es hilft, um mindestens die Stunden danach, wieder runtergefahren und in einem „leeren“ Zustand zu sein. Frei zu sein. Nochmal wie neu geboren zu sein. Alles ist raus, es ist quasi wie ein Restart. Was mich aber am meisten beeinflusst ist das, was beim Laufen bei mir passiert. Wenn ich in der Marathonvorbereitung an den langen Läufen am Wochenende 2-3 Stunden mit mir allein bin, dann kommen mir die Ideen. Davon sind 80% Ideen, die ich nie brauche. Aber manchmal ist der eine Gedanke dabei, den ich brauche. Ich laufe auch mit Musik, auch wenn es viele Menschen gibt, die sagen, man hätte Angst, sich mit den eigenen Gedanken zu befassen, wenn man mit Musik läuft. Für mich ist es eine Symbiose. Ich brauche die Musik, die Ideen kommen trotzdem. Ich nehme die Musik wahr aber bin auf etwas anderes fokussiert. Die Gedanken sind oft stärker als die Musik. 


Wie schaltest du ab von deinem fordernden Job? Hast du aktive Recovery Zeiten oder Routinen? 

Ich habe mit Yoga angefangen und versucht zu meditieren. Das ist aber nichts, wo meine Persönlichkeit wirklich für ausgelegt ist, weil sehr, sehr viel in mir los ist. Meditieren fällt mir sehr schwer. Es ist aber schon mal gut, zehn kontrollierte Atemzüge zu machen, um runterzukommen. Yoga ist vielleicht auch übertrieben, andere würden sagen, es sieht aus wie angeleitete Krankengymnastik. Ich habe aber verstanden: Nur zu laufen bringt nichts. Du brauchst auf jeden Fall die Kraft und den Muskelaufbau, was viele Läufer vernachlässigen. Und du brauchst auch die mentale Stärke um dich zu überwinden. Ich wäre aber auch nicht zu stolz, um beim Marathon auszusteigen, wenn es nichts wird. 

Wie navigierst du dich durch stressige Phasen hindurch? 

Das Leben hat beruflich und privat natürlich Höhen und Tiefen. Da gibt es kein Patentrezept, um sich zu navigieren. Wenn ich merke, dass ich nicht mehr selbst die Navigation habe, werde ich mir der Situation bewusst bin und kehre langsam zurück zu Energie und Kraft, akzeptiere aber auch diese Situation der Schwäche. Das kann kein Zustand sein, der lange andauern sollte.

Ich würde sagen, ich versuche es über Reflektion. Ich kann es in dem Moment nicht ändern, aber erkennen. Wenn ich von anderen Menschen das Feedback bekomme, sollte ich in der Lage sein, über das Bewusstsein oder das Bild im Spiegel die Kraft aufzubringen, wieder in die Navigation überzugehen. 


Für das zweite Halbjahr 2022 hast du das Vorhaben, wieder ganz regelmäßig bei Urban Heroes zu trainieren, zwei Mal die Woche hast du gesagt. Mit welchem Ziel machst du das? Eher ein körperliches Ziel oder eher für mehr Freizeit und abschalten beim Sport? 

Ich will mich wohlfühlen. Am 31.12. schaue ich in den Spiegel und entscheide, wie es weitergeht. Es geht mir um den ganzheitlichen Ansatz bei Urban Heroes. Wir machen unsere Yoga / Recharge Classes bei euch in Frankfurt und es ist auch mal schön, in die Eiskammer zu gehen. Ich glaube, es wir bei mir auch noch mehr kommen. 

Ich will mich auch noch etwas mehr mit dem Thema Ernährung auseinandersetzen. Und mit der berühmten richtigen Balance. 

Verfolgst du derzeit ein bestimmtes Ernährungs-Konzept?


Ich habe dem noch nicht so viel Zeit widmen können und werde das wohl auch nicht können. Es geht bei mir eher um banale Sachen wie zum Beispiel: Muss das sein, abends um 8,9, 10 noch zu essen oder kann ich so viel Selbstdisziplin haben um 7 etwas zu essen? Das ist sicherlich ein Kardinalfehler, den ich immer noch mache. Genauso, wie ich abends zu ein oder zwei Bieren nicht nein sagen kann. Es geht halt um diese Balance, ich möchte auf wenig verzichten aber auf der anderen Seite meine Ziele erreichen. 

Ist es bei deinem Arbeitsumfang schwer, sich gesund zu ernähren? Oder hast du ein gesundes Gleichgewicht? 

Das Gleichgewicht kann ich noch finden! Während Covid war es recht einfach, weil es wenig Essengehen und Reisen war. Aber ab dem Moment, wo das wieder losging, ist es wieder schwerer geworden. Es liegt natürlich an dir selbst, ob du das Dessert nimmst oder nicht (ich nehme es sehr gerne). Neulich war ich in Paris und habe natürlich gerne morgens die Croissants gegessen. Ich glaube es wäre auch schlimm, sich zu zwingen, auf diese evidenten Dinge zu verzichten. 

Was möchtest du den anderen Heroes, vielleicht gerade High Performern aus deiner Branche, noch mitgeben? 

Tipps habe ich sicherlich viele, aber es muss Menschen geben, die Tipps hören wollen. Ich wünsche mir eigentlich nur, dass fast jeder bereit ist, über sich selbst nachzudenken und eigene Meinungen, die jahrzehntelang aufgebaut wurden, zu überdenken. 

Wir leben in einer ständigen Transformation und wer da nicht verstanden hat, dass in 5 Jahren schon alles anders laufen wird, dem würde ich gerne helfen. Es ist so viel mehr, was junge Talente jetzt wollen und erwarten, als in den alten verkrusteten Strukturen groß zu werden. Deshalb haben wir auch einen riesigen War of Talent (auch wenn der Begriff war gerade problematisch ist) es ist unfassbar schwierig gerade für die Kanzleien, junge Anwälte und Anwältinnen anzuwerben. Es geht wirklich in die Richtung von Selbstverwirklichung und von nicht in den starren Strukturen groß zu werden, Sachen zu hinterfragen. […]

Es ist auch ein bisschen das, womit ich als Leader jahrelang zu kämpfen hatte, weil ich so ganz anders aufgetreten bin. Ich habe es mit Diplomatie, mit Überzeugen, mit 1:1 Gesprächen versucht, während normalerweise von oben durchgesagt wird, wie was läuft. Der berühmte Silberrücken, der alles weiß und mit der Faust auf den Tisch haut. Das funktioniert 2022 nicht mehr und wird 2025 noch weniger funktionieren.