HIIT-KICKS FÜRS FUSSBALLFELD

Als Ex-Fußballprofi und erfahrener Fußballtrainer muss er es wissen: Was haben HIIT und Fußball gemeinsam? Welche Skills sind im Fußball unerlässlich? Und mit welchen HIIT-Kicks lässt sich das Fußballfeld aufräumen? Wir haben Michél Mazingu-Sinda-Dinzey interviewt. Auch zu seiner Rolle als neuer Nationaltrainer von Antigua und Barbuda. Und natürlich als Hero bei uns im Hub!

Michél, du bist ehemaliger Fußballprofi und seit mehr als 10 Jahren Fußballtrainer – aktuell der Nationalmannschaft von Antigua und Barbuda! Welche Superpower bringst du mit?

 

Entschlossenheit. Ich denke, für einen Leader ist das eine Tugend. Ich bin sehr entschlossen und auch hochmotiviert, mich voll in etwas reinzuhängen. Das hat mich zum einen der Fußball gelehrt, zum anderen auch meine Rolle als Ehemann und Vater. Ich möchte sowohl meiner Familie als auch meinen Teams Zweifel nehmen, Kraft geben und für sie vorausgehen können. Das versuche ich Tag für Tag vorzuleben.

 

Wie bist du als Trainer?

Ich bin streng, knallhart und sehr diszipliniert. Meine Anforderungen und Erwartungen sind hoch. Das klingt jetzt vielleicht etwas abschreckend, aber wie wichtig diese Eigenschaften auf dem Platz sind, ist mir bei einem vergangenen Projekt in Afrika klar geworden. Zwar gab es mit diesen vermeintlich deutschen Tugenden – Pünktlichkeit, Diszipliniert, Organisiertheit – Anlaufschwierigkeiten, aber: Die Spieler merkten auch schnell, dass auf mein Konzept Verlass ist und fassten Vertrauen. Schau, jetzt gerade bin ich nicht bei meiner Mannschaft in Antigua, aber mein Team schreibt mir täglich. Das freut mich!

 

Wie schaffst du es, das Maximum aus deiner Mannschaft herauszuholen?

Indem ich immer wieder neue Trainingspläne entwickle. Wenn ich etwas Neues entdecke, probiere ich es erstmal für mich aus und übertrage dann gern Elemente. Natürlich sind einige Abläufe wie das Aufwärmen in einem Trainingsplan wiederkehrend, aber ich moduliere im Hauptteil. Dabei lasse ich nie die Individualität der einzelnen Spieler aus den Augen: Es sind ja ganz unterschiedliche Profile in einem Team! Erst, wenn ich die Andersartigkeit jedes einzelnen optimal nutze, kann ich das Beste aus dem ganzen Team holen. Als Trainer bedeutet das für mich auch, schnell und lösungsorientiert zu reagieren – das gilt vor allem für verletzte Spieler. Da wende ich natürlich andere Trainingsprogramme an.

 

Welche Moves und Skills müssen gute Fußballspieler drauf haben?

Rein physikalisch brauchst du Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft und Explosivität. Das sind sehr wichtige Faktoren in einem Spiel. Um nur einige Fähigkeiten zu nennen, kommen dann noch Wendigkeit und Körperkontrolle für schnelle Richtungswechsel hinzu. Darüber hinaus Ballkontrolle fürs Dribbeln und punktgenaue Pässe. Dem Ganzen setzen Taktik und das richtige Mindset die Krone auf.

Lassen sich HIIT-Elemente aus dem Hub aufs Fußballtraining übertragen?

Selbstverständlich. Schon die Läufe sind elementar. Auf den Woodways werden ja sowohl Ausdauerläufe als auch Sprints trainiert. Das lässt sich sehr gut aufs Fußballtraining übertragen: In einem Spiel legst du längere Distanzen zurück – durchschnittlich 10 bis 11 km – du musst also Ausdauer beweisen. Hinzu kommen dann explosive Läufe, zum Beispiel, wenn du auf den Ball zusprintest. Dann mäßigst du das Tempo auch wieder. Also, der Wechsel zwischen schnellen und ausdauernden Läufen ist essenziell!

Was hat dir an den HIIT Sets bei Urban Heroes besonders gefallen?

Die Läufe auf 20 km/h! Die sind mir natürlich auch leichter gefallen – ich laufe sehr viel. Dann die Variabilität der Workouts, die Abwechslung in den Sets. Kein Workout gleicht dem anderen. Das ist eine sehr gute Voraussetzung, um ganzheitlich und ausgewogen zu trainieren. Und: Ich bin ein Freund von Tools. Ich setze im Training sehr gern Gewichte wie Hanteln und Slam Ball ein, beispielsweise zu Treppensprüngen. Das müssen meine Jungs drauf haben! Auch funktionelle Übungen, wie Burpees, Squat- und Lunge Jumps, sind im Training optimal – beispielsweise für hohe, treffsichere Kopfballsprünge.

Was denkst du aus Trainersicht: Wie machen sich unsere Resident Heroes?

Sie erklären die Sets sehr gut und geben Hilfestellung. Ich finde es toll, dass sie aufmerksam sind und darauf achten, dass die Sets auch sauber ausgeführt werden. Dann geben sie den Trainierenden sehr viel Ansporn. In meinen Augen ist das essentiell für die Leistungssteigerung!

 

Wie bist du auf Urban Heroes gekommen?

Mark Pomorin, mein Kollege aus der Traditionsmannschaft von St. Pauli, zog mich mit. Er meinte, hier sei richtig Action, es sei kein Fitnessstudio wie man’s kennt – keine halben Sachen!

 

Hat er Recht behalten?

Ja, ich war sehr positiv überrascht. Ich komme ja aus einer ganz anderen Welt und trainiere – wenn ich nicht grade Mannschaftssport mache – viel allein. Bei Urban Heroes hatte ich viel Spaß dabei, mit eigentlich Fremden zu trainieren. Das hat mich gepusht! Ich habe die Begeisterung um mich gespürt und kann mir gut vorstellen, dass es auch anderen so geht: Die Dynamik ist ansteckend. Hinterher schlägst du ab, bist happy und weißt, dass du deinem Körper wirklich etwas abverlangt hast.

Du erwähntest, dass du sehr viel läufst. Was war dein absolutes Lauf-Highlight?

Ich bin insgesamt fünf Male Marathon gelaufen. 2008 den ersten, 2016 gleich zwei – einen davon in Berlin mit meiner bisherige Bestzeit von 3:17. Mein ursprünglicher Plan war, dieses Jahr auch in Hamburg zu laufen – unter 3:10. Jetzt haben sich die Pläne durch Antigua etwas anders entwickelt, aber hier gibt es viel Wasser: Ich liebäugle mit der Teilnahme am Triathlon.

 

Ein Leben ohne Sport…

…ist für mich unvorstellbar. Sport begleitet mich mein Leben lang. Ich habe mit 5 Jahren begonnen, in Berlin auf der Straße Fußball zu spielen, später Kampfsport, dann wieder Fußball. Jahrelang bestand mein Leben nur aus Schule und Fußball. Ich erhielt viele gute Chancen und konnte mich stetig weiterentwickeln. Der Sport hat mich vieles gelehrt, unter anderem, mich zu überwinden, Neues zu wagen, mich durchzubeißen, Ehrgeiz zu entwickeln. Er hat mich auch Tugenden gelehrt und Toleranz und mir gezeigt, dass ich meine Träume verwirklichen kann.

 

Ist das ein Grund, warum du dich für soziale Projekte engagierst?

Ja, als Ehemaliger sehe ich mich in der Pflicht, etwas zurückzugeben. So viele Jugendliche haben den Traum, im Nationalfußball zu spielen. Mir ist es wichtig, junge Spieler kennenzulernen, sie anzuhören und zu fördern. Ich bin deswegen bei NestWerk e.V. aktiv und Pate bei Straßenfußball für Toleranz.

 

Was ist dein nächstes Ziel als Nationaltrainer von Antigua und Barbuda?

Gerade lief unser erstes Spiel gegen die Nummer 1 in der Karibik und wir haben gewonnen! Der Einstieg ist also geglückt. Natürlich möchte ich, dass es so weiter geht.

 

 

Congrats Coach! 👏🏽 See you in the Hub!